Moritz
Rüppel
Position
Leitung Politik & Projekte
Telefon
+49309900294607
Moritz Rüppel leitet die politische und projektbezogene Arbeit beim ZSP.
Im Fokus steht die politisch-strategische Ausrichtung der Projekte, die proaktive Themensetzung der bearbeiteten Inhalte sowie der Transfer der Forschungsergebnisse in den parlamentarischen und vorpolitischen Raum. Moritz vertritt das ZSP außerdem gegenüber politischen Akteur:innen. Bevor er 2021 als Policy Analyst zum ZSP kam, war Moritz als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag tätig.
Frage
01
Welche sozialpolitische Entscheidung der letzten Jahre hat dich am meisten bewegt, positiv oder negativ?
Es sind leider eher die fehlenden sozialpolitischen Entscheidungen, die prägend sind: Wir sehen an so vielen Stellen der Sozialsysteme Reformbedarf und doch passiert so wenig: In der Arbeitsmarktpolitik steht eine Rolle rückwärts an, die eigentlich wichtige Kinder-Grundsicherung ist steckengeblieben und eine echte Renten-Reform wird bereits viel zu lange aufgeschoben. Wir brauchen dringend mutige Entscheidungen, die Menschen zur Eigenverantwortung befähigen und die aufgeblasenen und schlecht abgestimmten Leistungssysteme entlasten.
Frage
02
Wenn du ein sozialpolitisches Konzept sofort umsetzen könntest – welches wäre das?
Unser Vorschlag eines Startchancenkapitals setzt an einem ganz zentralen Hebel an: Um sozialpolitisch nicht immer nur zu reagieren und Problemen hinterherzulaufen, müssen wir es schaffen, dass Menschen aus eigener Kraft Vermögen aufbauen können. Das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zentrale Leistungsversprechen, dass sich Bemühungen auszahlen, muss wiederbelebt werden. Dafür reichen arbeitsmarktpolitische Justierungen nicht mehr aus, wir müssen bei der Entwicklung von Ungleichheiten früher ansetzen – im Kindesalter.
Frage
03
Welches Klischee über Politik würdest du gern aus der Welt schaffen?
Dass politische Entscheidungen evidenzbasiert getroffen werden.
Publikationen
Das Startchancenkapital
Chancen sind in Deutschland ungleich verteilt. Viele Menschen können sich trotz erheblicher Leistungen kein Vermögen aufbauen, das ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen würde. Um Chancenungleichheiten abzubauen, schlagen wir ein „Startchancenkapital“ vor, das sozial benachteiligte Individuen zu selbstbestimmten Entscheidungen befähigt.
Lebensqualitätsminimum in Deutschland
Was brauchen Menschen finanziell, damit sie angemessen leben können? Diese Frage versucht der Minimum Income Standard (MIS) in Großbritannien zu beantworten: In von Expert:innen unterstützten Fokusgruppen wird ein fiktiver Warenkorb mit Gütern und Leistungen erstellt, dessen Wert anschließend beziffert wird. So ergibt sich ein Budget für ein auskömmliches Leben. Für Deutschland fehlt es bislang an vergleichbaren Zahlen. Das will das Projekt Lebensqualitätsminimum ändern.
Das deutsche Steuer- und Transfersystem
Wie wirken die Freibeträge im bestehenden deutschen Steuersystem hinsichtlich der Entlastung verschiedener Einkommensdezile sowie Haushaltstypen? Und was passiert, wenn man die Freibeträge in pauschal auszahlbare Steuergutschriften umwandelt? Diesen Fragen geht diese Studie zum deutschen Steuer- und Transfersystem, unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Andreas Peichl (ifo Institut), anhand ausgewählter Beispiele nach.
Soziale Hilfen in Krisenzeiten
Mit dem Ziel, mit sozialen Hilfen in Krisenzeiten unbürokratisch und schnell zu unterstützen, setzt die Bundesregierung auf Entlastungsmaßnahmen, die auf eine vorangestellte Bedürftigkeitsprüfung verzichten. Wie bewerten die Bürger:innen den Wegfall der Bedürftigkeitsprüfung? Wodurch wird die Akzeptanz für diese Art von Policies beeinflusst?
Das Startchancenkapital
Viele Menschen starten mit unzureichenden Chancen ins Leben. Das Startchancenkapital verbindet finanzielle Starthilfe mit praxisnaher Finanzbildung und legt für jedes Kind ein kapitalmarktbasiertes Konto an. Nach dem Erwerb grundlegender Finanzkenntnisse wird das Guthaben mit Volljährigkeit als Wertpapierdepot übergeben – so eröffnet das Programm Perspektiven, stärkt Eigenverantwortung und fördert sozialen Aufstieg.