Deutschlands Sozialstaat steckt in einer Reformdebatte, die wirtschaftliche und soziale Ziele als Gegensatz behandelt. Aber die Politik kann mit einer Social Investment-Agenda sowohl die Wirtschaft fördern, als auch sozial-politische Sicherungen stärken, statt sie gegeneinander auszuspielen. Sozialpolitik kann eine beschäftigungsstärkende Zukunftsinvestition sein, wenn ihre Teilbereiche gestärkt und aufeinander abgestimmt werden.
Wir empfehlen daher den konsequenten Ausbau der drei investiven Säulen moderner Sozialpolitik:
In Fähigkeiten investieren, insbesondere in Bildung, z. B. durch die Stärkung frühkindlicher Bildungsangebote und ein bundesweites System des lebenslangen Lernens aus einem Guss.
Übergänge zwischen Lebensphasen fördern, insbesondere in den Arbeitsmarkt, z. B. durch den Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur und dedizierte Vätermonate im Elterngeld.
Soziale Sicherung stärken, z. B. durch Entgeltsicherung, Reduktion der Transferentzugsraten und Bündelung von Leistungen.
Zusammengedacht wird Sozialpolitik so zum Chancenmotor für wirtschaftliche Dynamik und soziale Gerechtigkeit. Diese Potenziale liegen zu lassen, kann sich Deutschland mit Blick auf die aktuelle ökonomische Stagnation nicht länger leisten.
Torben Fischer kümmert sich am ZSP nicht nur um die Projektplanung und -steuerung, er ist außerdem für die Konzeption und Entwicklung von Studien und Projekten zuständig.
Policy Paper: Afscharian, Dominic; Fischer, Torben; Hemerijck, Anton; Mushövel, Fabian. 2026. „Dynamik trifft Gerechtigkeit: „Social Investment“ als Leitbild eines modernisierten Sozialstaats“. Berlin: Zentrum für neue Sozialpolitik. https://doi.org/10.71432/zsp.pp.2026.05
Technical Report: Mushövel, Fabian; Hemerijck, Anton. 2026. „Social Investment in Deutschland“. Berlin: Zentrum für neue Sozialpolitik. https://doi.org/10.71432/zsp.pp.2026.05