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Wohnungsmarkt und Geburtenrate: Warum fehlender Wohnraum Familiengründungen ausbremst
Die Sache mit der Geburtenrate ist vertrackt. Selbst unter idealen Umständen gibt es keine Maßnahmen, die die Geburtenrate in Industrieländern dauerhaft über zwei Kinder pro Frau heben. Es gibt aber viele Faktoren, die sie senken. Über einen davon reden wir viel, aber nie in diesem Zusammenhang: Wohnraum.
Die Geburten sind in Deutschland mal wieder auf einen historischen Tiefstand gefallen. 2025 wurden nur 654.300 Kinder geboren, so wenige wie zuletzt 1946. Die Geburtenrate liegt bei 1,35 Kindern pro Frau und damit rund 14 Prozent unter dem Wert von 2021.
In der öffentlichen Debatte dominieren Erklärungen, die auf veränderte Lebensentwürfe, Zukunftsängste oder die Vereinbarkeit von Karriere und Familie verweisen. Zuletzt sorgte ein Artikel der Financial Times für Aufmerksamkeit, der Smartphones und soziale Medien als mögliche Mitursache für abnehmende Geburtenraten weltweit ins Gespräch brachte.
Ein Blick über den nationalen Tellerrand stößt jedoch auf einen weiteren Faktor, der in diesem Zusammenhang bei uns wenig diskutiert wird: der Zugang zu passendem und bezahlbarem Wohnraum. Die Erfahrungen aus vielen Ländern zeigen: Wer sich den Platz für Kinder nicht leisten kann, verzichtet, zumindest zeitweilig, auf Kinder. Paare schieben ihren Kinderwunsch auf, bis sie eine geeignete Wohnung haben. Die Geburt des ersten Kindes verzögert sich, das zweite kommt womöglich gar nicht mehr.