- Veranstaltung
- Ausstellung
Ausstellung: Eine Reflexion über Zeit als soziale Ressource
Datum
22. Januar 2026
Uhrzeit
16 bis 20 Uhr
Berlin
Torstr. 66
Preis
kostenlos
Vom 22. Januar bis 5. Februar 2026 machte das Zentrum für neue Sozialpolitik in einer Ausstellung das Thema Zeit auf neue Weise erfahrbar. Drei Ausstellungsräume beleuchteten sie als soziale Ressource aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Ausstellung wurde im Rahmen des Projekt ZEIT·RÄUME entwickelt und umgesetzt.
Idee
Zeit ist mehr als eine abstrakte Größe. Sie ist eine Ressource, die über Teilhabe, Wohlbefinden und Handlungsspielräume entscheidet. Wer hat Zeit für Erholung, für Sorgearbeit, für politische Mitgestaltung oder einfach für sich selbst? Und wer muss ständig um sie kämpfen? Diese Fragen bildeten die Grundlage für eine Ausstellung, die Zeit als sozialen und politischen Faktor begreift.
Zeitarmut und Zeitwohlstand sind keine individuellen Schicksale, sondern strukturelle Realitäten, die unser Zusammenleben prägen. Die Ausstellung sollte dazu einladen, diese Dimensionen zu erkunden: durch künstlerische Annäherungen, persönliche Erzählungen und räumliche Inszenierungen, die Zeit nicht nur thematisieren, sondern auch sinnlich erlebbar machen.
Ausstellung
Drei Räume, drei Perspektiven, ein gemeinsamer Nenner: die Erfahrung von Zeit als etwas, das uns prägt, begrenzt oder befreit. Im ersten Raum begegneten die Besucher:innen der Verdichtung von Zeit: Eine Installation aus Klängen, Licht und Objekten spitzte die Hektik des Alltags zu einem beinahe körperlichen Erlebnis zu. Zeitarmut wurde hier spürbar durch überlagernde Rhythmen, Stimmen und Projektionen, die zeigen, wie Zeitknappheit Lebensentwürfe verengt.
Der zweite Raum widmete sich der Idee eines Lebens, in dem Zeit im Überfluss vorhanden ist. Beruhigende Klänge und Gerüche, warmes Licht sowie die Möglichkeit zum Verweilen und auf-sich-wirken-lassen. Ein an der Wand platziertes Manifest lud dazu ein, neu über Zeit nachzudenken – individuell, gesellschaftlich und als politische Frage.
Im dritten Raum schließlich öffnete sich der Blick auf konkrete Lebensrealitäten. Sechs Teilnehmende der Zeittagebücher des Zentrum für neue Sozialpolitik wurden in Objekten, Fotos, Zitaten und interaktiven Kalendern vorgestellt. Das Erlebbare wurde kontextualisiert durch Statistiken, die die Ungleichverteilung von Zeit in Deutschland wissenschaftlich unterlegen.
In ihrer Gesamtheit luden die Installationen dazu ein, Zeit als soziale Ressource und als Gerechtigkeitsthema zu reflektieren: Welche Rolle spielt Zeit in meinem Alltag? Was bedeutet Zeitgerechtigkeit? Und welche Handlungsspielräume entstehen, wenn wir anders über Zeit nachdenken?
Vernissage
Am 22. Januar versammelten sich über 100 Gäst:innen aus Bereichen wie Kultur, Zivilgesellschaft und Politik zur Vernissage – und es wurde schnell klar, dass das Thema einen Nerv trifft. Die Gespräche reichten weit über die üblichen Debatten um Arbeitszeiten oder das Rentenalter hinaus. Sie kreisten darum, wieso Zeit so wenig besprochen wird, welche Aspekte oft im Verborgenen bleiben und wie ein neuer Umgang mit Zeit aussehen könnte, individuell und gesellschaftlich.
Danksagungen
Eine Ausstellung wie ZEIT·RÄUME entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie ist das Ergebnis von Ideen, Arbeit und Leidenschaft vieler Menschen, die sich mit Hingabe und kritischem Blick dem Thema gewidmet haben. Bei diesen möchte sich das Zentrum für neue Sozialpolitik herzlich bedanken.
Konzept und künstlerische Leitung lagen in den Händen von Karim Ben Khelifa, der mit seiner klaren Vision und sensiblen Herangehensweise den Rahmen für die Ausstellung schuf. Unterstützt wurde er dabei von Enzo Leclercq. Camila Dizy de los Reyes verantwortete das künstlerische Projektmanagement und sorgte dafür, dass aus vielen Teilen eine komplette Ausstellung wurde.
Für die Szenografie und Lichtinstallation waren Judith Meister und Leonie Ohlow verantwortlich – ihr Gespür und technisches Geschick machte die Ausstellung zu einem immersiven Erlebnis. Der Sound, komponiert von Felix Spitta, gab den Räumen eine zusätzliche Dimension: Mal bedrückend, mal hoffnungsvoll, immer präzise auf die Inhalte abgestimmt.
Die Ausstellungsinstallation wurde von Marcel Ruben Schön und César Manuel Martins umgesetzt, die mit handwerklicher Präzision und kreativen Lösungen selbst komplexe Ideen greifbar machten.
Die Vernissage wurde durch das Catering von Festin Supper Club und Musik von Moe el Amin ein voller Erfolg.
Aufseiten des Zentrums für neue Sozialpolitik leitete Maike Wittmann das Projekt inhaltlich wie organisatorisch, Nicholas Czichi-Welzer und Antonia Haase kümmerten sich um die fotografischen Inhalte.
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