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Psychische Gesundheit ist soziale Gerechtigkeit: Warum Sozialpolitik früh ansetzen muss
Psychische Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für Selbstbestimmung, soziale Teilhabe und faire Lebenschancen. Sie wird früh geprägt und ist ungleich verteilt. Sozialpolitik als Investition zu verstehen, kann dabei helfen, den Teufelskreis aus Armut und psychischer Belastung zu durchbrechen.
Ob Menschen ihr Leben eigenständig gestalten, Verantwortung übernehmen und gesellschaftlich teilhaben können, hängt maßgeblich von ihren mentalen Ressourcen ab. Diese manifestieren sich früh: Ein Großteil psychischer Erkrankungen beginnt im Kinder- und Jugendalter. Sozialpolitik, die diesen Faktor ernst nimmt, darf psychische Gesundheit daher nicht als nachgelagertes Versorgungsproblem begreifen, sondern als gesellschaftliche Ressource. Sie muss die sozialen, wirtschaftlichen und institutionellen Bedingungen in den Blick nehmen, unter denen psychische Belastungen entstehen oder vermieden werden können.