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Wirtschaftsfaktor Sozialpolitik: Unsere Analyse zeigt, dass die Wirtschaft von Investitionen in Sozialpolitik profitieren kann

Veröffentlicht
28. September 2026
Autor:innen
  • Judith Straub

Format
Pressemitteilung

Mitteilung

Berlin, 29.07.2026 – Deutschland kann durch eine ganzheitlich konzipierte Sozialpolitik und Investitionen in Bürger:innen bisher ungenutzte wirtschaftliche Potenziale heben. Entscheidend für dieses „Social Investment“ ist, dass Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und sich gegenseitig begünstigen.

Zu diesem Ergebnis kommt das heute veröffentlichte Policy Paper des Zentrums für neue Sozialpolitik (ZSP). Die Autoren Dr. Dominic Afscharian, Torben Fischer (beide ZSP), Prof. Dr. Anton Hemerijck und Dr. Fabian Mushövel (beide European University Institute) liefern damit eine konkrete Alternative zu Kürzungsdebatten als Antwort auf die aktuelle wirtschaftliche Stagnation.

Die Analyse argumentiert: Einzelne Reformen verpuffen, solange die Teilbereiche der Sozialpolitik isoliert betrachtet werden. Bildungsinvestitionen verschenken Potenzial, wenn jungen Eltern später ein Kitaplatz fehlt und der Wiedereinstieg, vor allem für Mütter, in den Beruf scheitert. Lebenslanges Lernen ist für viele Menschen nicht erreichbar, wenn in Phasen von Arbeitslosigkeit oder Geringverdienst die finanzielle Absicherung für Weiterqualifikation fehlt. Wenn sozialpolitische Leistungen aber aufeinander abgestimmt sind, kann der Sozialstaat zum Wirtschaftstreiber werden und Ausgaben zu zukunftsfähigen Investitionen.

Die Autoren stützen sich auf den international etablierten Social-Investment-Ansatz und eine ausführliche Analyse zum Stand seiner Umsetzung in Deutschland von Mushövel und Hemerijck. Sie empfehlen den abgestimmten Ausbau der drei Säulen moderner Sozialpolitik:

  1. In Fähigkeiten investieren, insbesondere in Bildung, z. B. durch die Stärkung frühkindlicher Bildungsangebote und ein bundesweites System des lebenslangen Lernens aus einem Guss.

  2. Übergänge zwischen Lebensphasen fördern, insbesondere in den Arbeitsmarkt, z. B. durch den Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur und Ausweitung dedizierter Vätermonate im Elterngeld.

  3. Soziale Sicherung stärken, z. B. durch eine Entgeltsicherung, Reduktion der Transferentzugsraten und Bündelung von Leistungen.

Aktuell behandeln viele in Deutschland den Sozialstaat als Gegenspieler der Wirtschaft. Dabei können klug gestaltete und aufeinander abgestimmte sozialpolitische Maßnahmen eine Hebelwirkung entfalten, die Biografien absichert, die Arbeitsmarktintegration stärkt und dem Wirtschaftsstandort zugutekommt.

Dr. Dominic Afscharian, Projektmanager

Für Rückfragen

Judith Straub

Senior Kommunikationsmanagerin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Judith Straub verantwortet als Senior Kommunikationsmanagerin die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums.